Der Urzeitbaum

Die Wollemi Pine gehört zu Familie der Araucariaceae. Diese geht bis 200 Millionen Jahre zurück in die Trias also der Zeitspanne in der auch die ersten Dinosaurier auftreten. Die Araucariaceae umfassen heutzutage noch drei Gattungen von denen es mit Ausnahme der Wollemi noch recht vieleArten gibt.

Agathis mit 21 Arten :

z.B. Agathis australis die auf Neuseeland verbreitet sind und bis 1885 bereits um die hälfte gefällt und bis 1940 beinahe ausgerottet wurden. Grund dafür war die erstklassige Holzqualität und die enorm dicken Stämme die 12 bis 15m Stammumfang hatten und erst ab 20m Höhe mit Beastung anfingen. Ein Traum für jeden Geldgierigen Holzfäller. Nur durch Proteste durch die Neuseeländische Bevölkerung und einen großzügigen Gönner der die letzten 40 Hektar Waldfläche mit den Kauri Bäumen gekauft hat konnten diese altehrwürdigen Bäume bis heute für die Nachwelt erhalten werden.

Araucaria mit 19 Arten:
z.B. Arauvaria araucana, die
Andentanne bzw. Schmucktanne kommt aus einem kleinen Gebiet der südlichen Anden in Chile.

Wollemie mit einer Art: Wollemia nobilis


Ein Bild wie vor Hundertmillionen Jahren.

Das Naturwunder Wollemia nobilis soll hier nun genauer betrachtet werden. Die nobilis ist die einzig bekannte bis heute überlebte Pflanze ihrer Gattung. Bekannt ist sie den Forschern schon länger ,  allerdings lediglich im Fossilen zustand, denn in dieser Form taucht sie relativ häufig rund um den Globus auf. Die ältesten Fossilen Funde haben ein alter von über 90 Millionen Jahre und gehen direck bis in die Frühe Kreidezeit zurück. Die Dinosaurier sind vor 64 Millionen Jahren, am ende der Kreidezeit, ausgestorben. Diese Pflanzenart war vermutlich eine ihrer Nahrungsquellen. Die Wollemi Pine überlebte die Saurier bis in unsere Zeit dem Tertiär vor 2 ½ Millionen Jahren. Ab diesem Zeitraum, also zeitgleich als sich auch die ersten Humanoiden entwickelten, galt diese Pflanze dann allerdings für Ausgestorben. Dies änderte sich erst vor kurzen, genauer im August 1994. Es war die Botanische Sensation des Jahrhunderts, eine lebende Wollemia nobilis.

                         
Der Abenteurer und Entdecker: David Nobel            Die größte und älteste Wollemi Pine: King Billy

Im August 1994 wurde die bis dato Ausgestorbene Baumart von David Noble, einem Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung in New South Wales, entdeckt. Dieser war auf einer Klettertour in entlegenen Teilen des Wollemi Nationalpark nur 200 km westlich von Sydney (Australien) unterwegs und hatte sich nach mehreren Abteilmanövern in einen unerforschten Tal ohne direkten Zugang befunden. Dort sah er mit Freunden den ungewöhnlichen Baum. Da er einen solchen Baum noch nie zuvor gesehen hatte steckte er einen kleinen heruntergefallenen Zweig, zur späteren Identifizierung, ein und gab es einen Freund der Botaniker war. Dieser hielt den Zweig zuerst lediglich für einen Farn, Nobel erklärte dann das er von einen sehr großen Baum stammte. Später stellte ein Team aus erfahrenen Botanikern fest, dass es sich um eine neue Gattung von sehr alter Abstammung handelt, was dieser wissenschaftlichen Entdeckung internationalen Rang verlieh. Man machte sich per Hubschrauber auf die suche nach diesen Bäumen da man sie anders nicht erreichen konnte ohne Tagelang Klettern und Wandern zu müssen und zählte lediglich 30 Exemplare. Inzwischen sind noch zwei andere kleine Bestände gefunden worden. Trotz Intensiver Suche wurden bis heute weniger als 100 Ausgewachsene Bäume gefunden was diese Gattung zu einer extrem Bedrohten Art macht. Wie so wenig Exemplare überhaupt so lange überleben konnten bleibt ein Rätsel und gleicht benahe dem Fund eines lebenden Sauriers. Die Bäume wachsen auf feuchten Felsvorsprüngen in einer tiefen Regenwaldschlucht, umgeben von wilden Bergen und unberührtem Wald. Die genaue Fundstelle der Bäume wird wegen der Unberührtheit und Gefährdung ihres Lebensraumes streng geheim gehalten. Nur selten wird es selbst ausgewählten Forschern gestattet, die Gegend zu besuchen. Das Wurzelwerk des ältesten Exemplars „King Billy“ wird auf 1000 Jahre geschätzt, der Baum selber weißt eine Höhe von 40m auf.

Besichtigen kann man die Wollemi Pine in freier Wildbahn nicht. Nur wenige, ausgewählte Forscher besitzen die Erlaubnis, die Wollemi Pine in freier Natur zu sehen, dafür sind jedoch gärtnerisch vermehrte Pflanzen an folgenden Orten in Deutschland der Öffentlichkeit zugänglich:

Mit modernsten gartenbaulichen Methoden wurde versucht, diese Hundertmillionen Jahre alte Baumart zu vermehren.

             
     Die moderne Hydrokultur erlaubt das                              Die Wollemi Pine in Berlin
schnelle und zahlreiche Züchten von Klonen

Die ersten nachgezogenen Wollemi Pines wurden also an Botanische Gärten und Parks auf der ganzen Welt vergeben. Hier kann der Baum weiter erforscht werden und, durch die weltweite Verteilung, die Art vor dem Aussterben bewahrt werden. Die ersten in Australien nach vermehrten Wollemi Pines wurden im Oktober 2005 in Sydney durch Sotheby's versteigert. Für 292 Wollemi Pine Bäume wurde ein Rekorderlös von über einer Millionen australischen Dollar erlöst (etwa 660.000 €). Die Erlöse kamen Naturschutz- und Arterhaltungsprojekten auf der ganzen Welt zugute.

Seit 2006 ist der Baum für den regulären Verkauf freigegeben und im Frühjahr 2007 ist er in den meisten Baumschulen Deutschlands angekommen. Aus einer dieser Generationen stammt auch meine Wollemi Pine. Von jeder verkauften Wollemi Pine geht ein Teil der Erlöse zurück nach Australien zum Erhalt und der Erforschung der natürlichen Population von Wollemi Pine und auch zum Schutz anderer seltener Arten, selbst hier in Deutschland. In der Baumschule Bruns Hahnenhorn gibt es zur Zeit noch einige wenige Wollemis zu kaufen.

   

Der Baum selbst ist recht anspruchslos und kann unter optimalen Bedingungen bis zu 40cm im Jahr wachsen. Im alter sind noch höhere Zuwachsraten zu erwarten. Die Pine ist Lichtliebend, bevorzugt gut drainierte Feuchte aber nicht Nasse Böden und hält zumindest im alter Temperaturen von –12 bis 45°C aus. Der PH-Wert sollte schwach sauer und die Düngegabe mäßig sein. Wichtig ist das der Dünger einen niedrigen Phosphatanteil hat und die Pine erst gegossen werden sollte wenn die oberen 5cm des Bodens bereits trocken sind, andernfalls droht Überwässerung. Als Richtmaß gilt Wässern einmal die Woche. Auch sollte die Wollemi dann nicht im überschüssigem Wasser stehen gelassen werden. Ab Spätsommer und Herbst benötigt die Pine keinen Dünger mehr. Rückschnitt kann im Frühjahr zum Aufbau kompakter Pflanzen durchgeführt werden. Ich selber habe mein Exemplar bis auf 40cm aufgeastet um ihr das aussehen eines kleines Baumes schon in ihrer Jugendphase zu geben. Ausgepflanzt werden kann die Wollemi unter günstigen Klimatischen Bedingungen (Weinanbauklima). Sie eignet sich sehr gut als Topfpflanze die im Winter dementsprechend zu schützen ist.


Die Fähigkeit der Pflanze, spontan mehrere neue Stämme aus ihrem Wurzelstock zu bilden, hat sich als lebenswichtiger Verteidigungsmechanismus gegen Brände und andere Naturereignisse erwiesen. Ein weiteres ungewöhnliches Merkmal der Pflanze, das auch bei der Gattung Araucaria oft vorkommt, ist ganze Zweige anstatt einzelner Nadeln abzuwerfen. Die unverwechselbare Rinde, die wie Schokolade mit Luftblasen aussieht, ist ebenfalls einzigartig. Wie ihre nächsten lebenden Verwandten ist die Wollemi Pine zweigeschlechtig mit weiblichen und männlichen Zapfen auf demselben Baum. Die männlichen und weiblichen Zapfen befinden sich ganz an den Zweigspitzen, die Mehrheit der weiblichen Zapfen befindet sich auf der Baumkrone.

© Der Gartenwulf
Quellenverweise:
www.wollemipine.com
www.wikipedia.de