Einleitung: Warum Baumpflege?
Abgesehen davon das es ein wundervoller
Beruf ist der eine Vielzahl von sich ständig ändernden Anforderungen stellt, ist es ein heutzutage unbedingt Notwendiger
Berufsstand geworden.
Gerade
Stadt- und Straßenbäume müssen
mit immer extremeren Standorten zurechtkommen. Sie müssen sich ihrer
Umgebung teilweise Dynamisch anpassen oder in verdichteten mageren
Böden wurzeln. Auch im Ertragsanbau durch u.a. Obstbäume ermüden
und vergreisen viele Sorten frühzeitig, wird nicht rechtzeitig und
regelmäßig ein Verjüngungsschnitt durchgeführt um dem Abhilfe zu
schaffen. Bleiben hier
Baumpflege Maßnahmen aus führt dies zu frühzeitigem Vergreisen der
Baumbestände oder besonders im Straßenbau zu Unfällen mit oft
tödlichem Ausgang. Auch beim erhalt Denkmalgeschützter Bäume für
Zukünftige Generationen ist die richtige Baumpflege entscheidend für
das überleben des Baumes, sind diese doch durch sich verändernde
Umweltbedingungen mit neuen Krankheitserregern und Schädlingen
konfrontiert die es vor einigen jahrzenten noch nicht gab.
Im Privatbereich machen vorallem die Bäume Probleme die ihren Besitzer
sprichwörtlich über den Kopf gewachsen sind. Hier hilft neben einer
Fällung oft nur eine Kroneneinkürzung oder in begründeten fällen
ein Kronensicherungsschnitt will
man den Baum erhalten. Da diese maßnahmen immer viel Stress für den
Baum bedeuten kommt es hier auf die richtige
vorgehensweisen an. Oftmals wird auch ein erneuter Schnitt nach einen
erstmalig falsch gesetzten fällig, denn leider häufen sich vielerorts
die anblicke von "Baumruinen". Häufig sind diese "Schnittversuche"
ausgerissen und oder nicht sofort bzw.
ausreichend behandelt wurden, in besonders tragischen fällen wurde der
natürliche Baumhabitus vollständig zerstört so das ein langsames
dahinvegtieren des Baumes und teure nachbehandlungen die folge sind.
Schlecht verheilende Wunden, nicht mehr
versorgtes Holz (sog. Huthaken), Faulstellen die
nicht richtig überwallen können und das Splint oder Kernholz angreifen
sind weitere indizien für mangelhafte Baumpflege. Diese
Schwachpunkte gilt es dann beim Nachschnitt zu erkennen und zu
entfernen um den Baum, wenn überhaupt noch möglich, an seine frühere
Leistungsfähigkeit, bei einer höheren Lebenserwartung,
herranzuführen.
Die Entwicklungen in der Baumpflege
schreiten fortwährend voran was ein immer rationaleres und damit
effektiveres, schnelleres und kostengünstigeres Arbeiten am und im
Baum ermöglicht. Mit Einzug der Seilklettertechnik wird nun auch eine Behandlung an unzugänglichen Standorten und innerhalb
der Kronemöglich. Auch kann dadurch oftmals auf den einsatz teurer Steiger oder Hubarbeitsbühnen verzichtet werden.
Wie erkenne ich einen guten Baumpfleger?
Baumpflege ist bis
heute nicht als geschützter Beruf anerkannt. Jeder freie Dienstleister
kann somit unbehelligt Baumpflege ausüben und somit wertvolle und
schützenswerte Baumbestände nach Lust und Laune mehr oder weniger
verstümmeln. Das ärgert die Profis und reduziert den Marktwert. Als
ergebniss bleibt fachgerechte oder moderne Baumpflege die fast nur aus
eigener überzeugung oder Leidenschaft herraus betrieben werden kann da
der Marktwert und die ansprüche der Kunden einfach zu gering sind.
Ein weiterer Grund für
mangelhafte Arbeiten könnte das fehlen einer betrieblichen
Baumpflegelehre sein. Durch diese umstände kommt es häufig vor das alle
möglichen Leute Baumpflege und oder Baumfällung anbieten. Mitunter kann
das schonmal der Dachdecker von nebenan sein der schwindelfrei ist oder
der Feuerwehrmann der in Höhenrettung ausgebildet ist und weiß wie man
eine Motorsäge hält. Es liegt auf der Hand das solche Leute nicht viel
über Baumbiologie oder Gefahrbaumermittlung verstehen können und natürlich nicht für solche Arbeiten versichert sind. Oftmals
erkennen diese noch nicht einmal eindeutig was sie da gerade für einen
Baum "bearbeiten".
Hier sollte der Kunde darauf achten das der Baumpfleger aus einen
grünen Beruf stammt. Zu nenne wäre da Gärtner, Forstwirt oder Landwirt.
Wobei die zwei letzteren betrieblich wohl auch nicht gerade ideal auf
die spätere Arbeit als Baumpfleger vorbeitet sein könnten. Wenn schon
umbedingt ein quereinstieg nötig ist dann auch möglichst einer der nah
an die spätere Praxis anreicht. Hier bleibt also der Gärtner übrig.
Beim Gärtner gibt es verschiedene Fachsparten wie Friedhoftsgärter,
Garten-, Lanschafts- und Sportplatzbau,
Zierpflanzenbau, Staudengärtner, Gemüsebau und Obstbau. Als
sinnvollster betrieblicher quereinstieg bleibt hier aber auch noch die
Fachrichtung Baumschule zu nennen. In einer Ausbildung zum Gärtner
Fachrichtung Baumschule, kurz Baumschuler, stecken die meisten
übergreifenden Themenschwerpunkte zu denen eines späteren Baumpflegers.
Zu nennen währen da auszugsweise:
- Belange des Natur- und Umweltschutzes
- Pflanzqualitäten beurteilen
- Kultur- und Pflegemaßnahmen an der Pflanze
- Pflanzenbiologie
- Böden beurteilen und verbessern
- Nutzung und Verwendung von Gehölzen
- Schad- und Krankheitsbilder an Gehölzen bestimmen
- Jungbaumschnitt
Natürlich ist ein Gärtner oder Forstwirt aber noch keine Baumpfleger.
Hier müssen weitere Seminare und Fortbildungen besucht werden. Wichtig
sind hier noch zu nenen der FFL-Zertifizierte Baumkontrolleur, der
European Tree Worker oder Tree Technican oder als Meisterähnlicher titel der
Fachagrarwirt Baumpflege und Baumsanierung. Sämtliche genannten
Weiterbildungen müssen modular und mit einer abschließenden Prüfung
erworben werden.
Da sich der wissenstand innerhalb der Baumpflege sehr schnell
weiterentwickelt ist auch immer ein permanentes Selbststudium angesagt.
Besuche auf Fachmessen oder Veranstaltungen wie die Deutschen
Baumpflegetage und Baumklettermeisterschaften sind für gute Baumpfleger
anzuraten. Nicht umsonst leben wir im Bildungsland Deutschland da
dürfen die ansprüche auch ruhig etwas höher gestellt werden, um die
Spreu vom Weizen zu trennen.

So sollte Baumpflege übrigens nicht aussehen. Dieser Baumfrevel wurde
nahe Magdeburg offenbar von der zuständigen Gemeinde durchgeführt. Die
folgen dieser Habitus zerstörenden "Maßnahme" sind Baumruinen die einer
jährlichen Nachbehandlung und Baumkontrolle bedürfen. Die Folgekosten sind nun weitaus höher als es
ein korrekt durchgeführter Schnitt, durch eine seriöse Baumpflege
Firma, gewesen wäre.
© Der Gartenwulf